← vorheriger Beitrag:  Norwegen       → nächster Beitrag: Dänemark

 

Schweden 22. bis 27. Juli

Gleich nach der Grenze geht es links hinein in eine Landschaft aus einer Mischung von Schwarzwald mit einer Brise Südfrankreich und dem krähen der Möven und das alles im Hohen Norden, etwas sureal aber eine wunderschöne Landschaft.

Der Campingplatz in Strömstad hat nun auch einen Empfang und saftige Preise. 48.- muss ich bezahlen. Dafür ist alles dabei, eigentlich zu viel. Küche, Waschmaschine und sonstiges brauche ich nicht, nur eine Platz fürs Zelt… Am nächsten Tag geht’s wieder früh nach draussen. Um 06.30 stehe ich auf der Strasse und fahre los. Im Gepäck ein sehr nasses Innenzelt, da ich nur das aufgestellt habe hat es die Feuchtigkeit der Nacht aufgenommen. Innen und aussen. Am Abend hatte ich dann so meine Probleme. Aber der Reihe nach und zuerst auf schönen Strassen ohne jeglichen Verkehr. Hoch und Runter geht’s auch heut fleissig. Am Mittag habe ich dann auch schon 75km zusammen. Unterwegs kaufe ich mir noch was für unterwegs und als ich draussen schon fast weiter wollte quatscht mich ein Schwede an und fragt mich woher ich komme. In englisch gebe ich ihm gerne Auskunft und er meinte man höre den schweizer Akzent. Hä? Wieso hört der das, denke ich und schon kommt die Antwort das er Freunde in Murg am Wallensee hat. Tja so klein ist die Welt. Mittagessen und Powernap bei einer Kirche machen mich Fit für den Nachmittag. Entlang geht es nun an Hauptstrassen mit viel Verkehr. Ich entscheide mich kurzerhand für einen kürzeren aber steilen Weg und habe dafür die Strasse für mich, später kürze ich auch nochmals ab aber dieses mal über die vielbefahrene Strasse. Den CP in Lysekil lasse ich links liegen (es ist noch früh am Nachmittag) und fahre direkt mit der Fähre nach Fiskebäckski. Danach weiter, mit zwischenstop zum Marzipan kaufen, nochmals über ne Fähre bis zum CP von Malön.

Nun hab ich ja noch das Problem mit dem nassen Innenzelt, was triefend Nass ist. Die Sonne scheint nicht, es ist Neblig feucht und windig. Der Wind ist es der dann alles zum trocknen bringt. Dann noch das Aussenzelt drüber und schon bin ich gerüstet für die Nacht. Hunger hab ich auch noch aber ich bin zu faul und müde zum kochen. So muss halt ne Büchse Ravioli vom Camping Shop herhalten, kalt und direkt aus der Büchse natürlich. Am Morgen ist nun das Aussenzelt nass, ist halt so wenn es Temperaturunterschiede gibt…

Na egal, ich packe das nasse Teil in einen Plasticksack und der Rest wo es hin gehört. Mit einer Stunde später als sonst mache ich mich auf den Weg direkt wieder auf ne Fähre. Diese, so wie auch die zweite am Vortag, sind Seilzugfähren. Die funktionieren komplett elektrisch, dabei wird das Stromkabel bei der fahrt abgewickelt. Zwei Stahlseile links und rechts aussen an der Fähre bewegen das ganze. Damit andere Boote trotzdem kreuzen können wird bei der Fähre jeweils das Zugseil gespannt und entspannt. Die Fähre hat also einen Startpunkt und fährt dann rüber und gleich zurück. Danach wird das Seil wieder ausgespannt bis zum nächsten Durchlauf.

Wieder geht es zuerst gemütlich auf einsamen Strassen entlang. Zwischendurch ist man gezwungen auf den Hauptstrassen zu fahren, heute haben aber die meisten einen eigenen Radweg. Mehrere grosse Brücken und Tunel habe ich passiert. Bis nach dem Mittag wars noch Neblig feucht und kühl. Sogar das Mittagessen direkt an einem Fiord habe ich in langen Sachen und Jacke genossen. Auch das Aussenzellt konnte dabei fast trocknen.

Am Nachmittag kommt die Sonne und es wird wieder heiss. Ich habe nen wunderbaren Weg fast für mich alleine. Durch Wälder und kleine Seen geht es. Kurz vor dem Tagesziel muss ich noch einer Baustelle ausweichen und das Velo wieder mal den Hügel hochstossen.

In Kungälv niste ich mich nun für 2 Nächte auf dem CP ein. Der Tarp wird aufgestellt (herausfordernd mit nur zwei Händen) und auch das komplette Zelt. Die noch feuchten Sachen trocknen schnell und die Solarzelle läd die Powerbank. Morgen mache ich Pause nach gut 500km und fast 5000hm. Am Abend quatsche ich dann noch ein wenig mit den drei deutschen Mädels die gleich nebenan das Zelt aufgeschlagen haben, die auf nem Weitwanderweg unterwegs sind und schwubs ist auch schon das Marzipan verschwunden. Lecker wars.

Der Freie Tag war gar nicht so frei. Ich war in der Apotheke Magnesium einkaufen und habe zwei Berichte geschrieben. Mit Fotos sortieren und hochladen dauert das alles seine Zeit. Der Hunger hat mich dann auch zum Döner gegenüber getrieben «ja, einmal in den Ferien muss das auch sein» und ich hab mir son Teil reingezogen. Scharf mit allem, wenn schon. Vor mir stehen zwei jüngere an und sind am bestellen. Der Akzent in ihrem Englisch deuten sehr stark nach Schweizer, also quatsche ich sie direkt mit Mundart an und die beiden verstehen zuerst die Welt nicht mehr. Ha Ha, die Gesichter hättet ihr sehen sollen. Die zwei sind mit ihren Eltern unterwegs, natürlich mit dem Auto und sehen sich so die Gegend an… Am Abend bereite ich mich schon mal auf den nächsten Tag vor. Der Tarb wird abgebaut, sonst ist der am Morgen durchnässt. Mit 15° Nachttemperatur zieht es die Feuchtigkeit schnel an. Kaum ist die Sonne weg, so um 21.20, wird es auch schon feucht.

Am Morgen ist es dem nach so, das Aussenzelt triefend nass. Alles einpacken, das Nasse separat und dann auf die Piste. Heute blässt der Wind von der richtigen Seite und ich komme gut voran. Schnell bin ich in Göteborg und verfahre mich. Kein Wunder, der GPS Track stimmt nicht mehr mit der Topografie überein. Die Schweden waren fleissig und haben die ganze Autobahn und Zuglinien neu gestalltet. Nach kurzem suchen finde ich den neuen Weg und werde optimal ins Zentrum geleitet. Kurz am Hafen vorbei und schwups bin ich auch schon durch und fahre in einem Park aus Göteborg raus. Hab mir das auch grösser vorgestellt. Südlich von Göteborg habe ich nun sehr gut ausgebaute Radwege und die werden rege genutzt. Ich bin nicht mehr alleine unterwegs. Viele mit Gepäck sind unterwegs, wenn auch nicht so weit wie ich. Später erzählt mir einer das dieser Teil sehr beliebt ist bei Radreisenden, jadas hab ich auch bemerkt. Nach gut 120km komme ich in Varberg an und bin am Ziel des heutigen Tages. Nur noch schnell auf den vorgesuchten Camping… ausgebucht, Mist. Also zum nächsten, wieder ausgebucht. Na toll, weiter zum nächsten und das gleiche. Erst beim vierten Anlauf und 133km klappt es auch und ich muss ehrlich sagen, das ist der schönste und ruhigste von allen. Das “nasse“ Zelt aufstellen alles einrichten, duschen und ab etwas essen. Beim ersten Restaurant warten schon weitere 20 Personen. Hallooooooo wo bin ich den hier gelandet. Na dann zum Thai an den Stand… es war sehr lecker.

Ach ja morgen geht’s auf die Fähre und nach Dänemark, jaaa das Buchen hat beim ersten mal geklappt. Ok auf der Fähre bin ich janoch nicht, aber malen wir nicht… Gute Nacht und bis in Dänemark.

 

Fazit aus Schweden:

Es ist etwas günstiger als Norwegen und kommt so auf Preise wie in der Schweiz. Die Schwedenn scheinen ein flair zu Amischlitten gefunden zu haben. Ich hab auf den Strassen noch nie so viele alte Autos gesehen, ausser vielleicht an einem Treffen. Auch die anderen Autos sind zum Teil speziell, haben sie an der Front 2, 3 oder 4 grosse Zusatzscheinwerfer. Scheint im Winter dunkel zu sein hier 😉

 

 

Nördlich von Göteborg ist die Velobeschilderung sehr schlecht. Die Schilder sind zum Teil so unkenntlich da ich froh bin das ich den Track auf dem GPS mit dabei habe.

 

← vorheriger Beitrag:  Norwegen       → nächster Beitrag: Dänemark