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Deutschland Teil 1 vom 7. bis 21. August

 

Gleich vorweg, meinem Bauch geht es wieder gut und das ohne Tabletten.  Husum-Ballum verlasse ich früh und mit Rückenwind komme ich schnell an die Grenze. Zum Abschluss von Dänemark (oder zur Begrüssung, je nachdem in welche Richtung man fährt) gibt’s noch richtig üble Strassen. Ich muss schon sagen, wieso führen die den Nordseeküsten-Radwegweg vom Meer und nem super Weg um zuerst über Schotter und dann ne befahrene Strasse über die Grenze zu lotsen? Finde ich echt doof. Gut, falls man von Niebüll aus nach Sylt will dann macht es Sinn. Aber auch nur dann, denn der Weg führt genau mitten dorch das Dorf und die eigentlich schöne Innenstadt. Aber da stehen sich die Autos gegenseitig auf den Füssen. Nach dem Dorf geht es dann wieder zurück ans Meer, wieder über Trampelpfade und befahrene Strassen… also wählt selber.

Denn im hohen Norden von Deutschland hat es Radwege fast wie in Holland. Und die Euro 12 folgt nun wirklich dem Meer und das auf sehr guten Strassen ohne jeglichen Autos… aber mit vielen Schafen, und die lassen viel “Dreck“ liegen was aber ein kleines Problem. Viel ärgerlicher sind die beschissenen Tore. Alle paar hundert Meter kommt so eines… bis nach Hamburg.

Moin Moin, die Nordfriesen sind sehr locker. Heut komme ich am Nordstrand an. Es ist ein heisser Tag und ich stelle noch zum Zelt den Tarp auf, zu wenig Schatten hat es sonst. Beim Abendessen auf em Camping Restaurant setzte ich mich neben einen anderen Radler der gerade die Route für Morgen anschaut. Wir kommen ins Gespräch. Manfred kommt aus Erlangen und ja er kennt den Peter Smolka auch, so klein ist die Welt. An diesem Abend gibt es einen super grandiosen Sonnenuntergang.

Weiter geht’s entlang der Küste und so nähere ich mich Hamburg nur langsam da nochmals ne Halbinsel dazwischen liegt. In Wesselburenerkoog finde ich einen kleinen gemütlichen CP und im halben Windschatten zelte ich. Das Wetter schlägt wieder um, es ist windig und kühler. So bin ich dann auch tags darauf schnel wieder auf der Piste. Unterwegs treffe ich wieder auf das holländische Paar. Hätte ich nicht mehr gedacht. Aber sie sind direkter gefahren als ich und so sehen wir uns wieder. Auch heute fahren sie nicht mehr so weit und ich bis Kolmar. In der Nacht frischt der Wind auf und es wird ne unruhige Nacht. Schon früh packe ich unter Sturm mein Zelt zusammen, ein kleines Unterfangen. Nach 30min. bin ich fertig… Rekord und das noch vor der Morgentoilette.

Mit viel Rücken-Wind komme ich auch zügig in Hamburg an und bleibe da zwei Tage in ner Wohnung von airBnB und schlafe wieder mal in einem richtigen Bett. Obwohl, zuerst überlegte ich mir ernsthaft die Matte und den Schlafsack heraus zu nehmen.

 

Hamburg ist Top, eine wunderbare Stadt die ihr unbedingt auch mal besuchen müsst.

Zuerst muss ich aber mal wieder die Kleider waschen und ich brauche auch einen kleinen Service.

 

 

Am Samstag Morgen früh zum Brunch, also so um 12.00 treffen, nach 200km Fahrt ein Teil der "Nordlichter"-Truppe die ich aus Strava kenne, ein. Madleen, Christina und Andreas sind in der Nacht um ca. 01:00 gestartet und haben sich durch Dunkelheit, kühle und Regen gekämpft. Entsprechend auf den Felgen haben wir dann gegessen und sie haben sich für die Rückfahrt dann doch für den Zug entschieden.

Eines meiner highlight ist das Miniaturwunderland. Da die Tickets jeweils schnell weg sind habe ich bereits einige Tage im Voraus geschaut wie die Sachlage ist und bin auf ein Arrangement mit Bootsrundfahrt und direktem Zugang (ohne anstehen) zum Wunderland gestossen. Am Samstag-Nachmittag stehe ich bei der Speicherstadt an der Peer und besteige das Boot für die Hafenrundfahrt. Genial und imposant zugleich. Vor allem das riesige Container-Schiff was um die 14`000 Container laden kann. Nach einer Stunde ist die Tour vorüber und kurz bevor es dunkel wird verschieben wir uns vom Boot ins Wunderland. Von grosser Kulisse zur kleine Kulisse.

Am Sonntag ist gemütlicher Stadtbummel und relaxen angesagt. Über die Landungsbrücken, welche mir definitiv zu viele Leute hatte, komme ich in den Untergrund. Genauer gesagt unter die Elbe. Der alte Elbtunnel wird fleissig von Fussgänger und Velofahrer genutzt.

Und weiter am Sonntag darf ich noch einem seltenen Schauspiel beiwohnen. Die Queen Marry 2 läuft am Abend aus Hamburg aus was mit Feuerwerk und viel Gehupe von statten geht. Gänsehaut pur.

 

Am 13. Morgens um 0.30 bekomme ich Besuch aus der Schweiz. Mein Besuch möchte sich nicht dem Internet preisgeben und entsprechend respektiere ich das.

Nach einer kurzen Nacht machen wir uns auf den Weg zum Bahnhof. Der Besucher und ich wollen mit dem Zug nach Cuxhaven um noch ein wenig der Nordseeküste entlang zu fahren. Bei der "alten Liebe" (in Cuxhaven) essen wir was, wow hatten die ein tolles Dessert-Buffet. Auf dem Holzsteg werden die ein oder ausfahrende Schiffe angesagt. Sehr spannend dem zu lauschen. Weiter geht es der Küste entlang die schon sehr touristisch ist und für unseren Geschmack zu viele Leute hat. Später am Tag bessert sich dann die Situation. Wir möchten ja nach Bremen fahren was nicht so weit ist. So können wir die drei Tage auch mit anderen Sachen geniessen als mit Velo fahren. So laufen wir auch mal bei Ebbe durch das Wattenmeer. Schon ein komisches Gefühl mit dem ganzen Schlamm der kaum wieder von den Füssen geht.

Bremerhaven ist auch Spannend. Im Zentrum hat es ein maritimes Museum. Ein U-Boot aus dem 2. Weltkrieg oder ein Boot dessen Rumpf komplett aus Beton ist. Am dritten Tag holt sich mein Besucher eine Magenverstimmung. Die Fahrt von Bremerhaven nach Bremen haben wir dann zur einen Hälfte mit dem Zug gemacht. In Bremen hat dann das Hotel den reservierten Platz für unsere Velos einfach vergeben. Wir haben kurzerhand ein anderes Hotel gesucht und gefunden das sogar ein Fahrradkeller hat. Wenn die uns schon verarschen dann geh ich da sicher nicht übernachten. Am Donnerstag früh bringe ich dann meinen Besucher auf den Bahnhof.

Ich selber mache mich nach dem Frühstück auch auf den Weg, aber zuerst gibt es einen Besuch bei 4 weltbekannten Musikanten. Die Ausfahrt aus Bremen ist super, es geht über schöne Radwege der Weser entlang. Die nationale Route D9 folgt hier der Weser und der will ich auch folgen. Dumm nur das mein GPS hier die alternative Route drauf hat und ich der folge. Diese ist aber derartig mit Schlaufen belegt das ich kurzerhand eine eigene Route mach. Gegen Ende des Tages komme ich wieder auf die D9 und die bietet eindeutig mehr. Der Camping ist direkt am Fluss. Ich baue mein Zelt unter Bäumen auf und in der Nacht pisst mir ne Katze ans Zelt. Mühsam morgens um 03.30 das Zelt waschen zu müssen.

 

Der neue Tag bringt Wolken und später Regen. Aber auch ein toller Radweg und endlich Berge, zwar nur kleine aber ich nehme auch diese. Durch geht es an der Porta Westfalica, ist eigentlich eine Stadt aber die liegt an zwei mächtigen Hügelzügen mit je einem Monument auf beiden Seiten und dazwischen hat die Weser die Türe auf gestossen. Das ganze erinnert an Herr der Ringe und der grosse Rauros Wasserfall. Während einer Regenpause die ich unterm Baum zwangsweise mache treffe ich einen Luzerner der am Montag losgefahren ist (wir haben Donnerstag) und noch bis am Wochenende nach Flensburg will. Er ist mit dem Rennrad und sehr wenig Gepäck unterwegs und so lässt sich gut 200km im Tag machen.

Der Radweg ist jetzt wirklich sehr schön es geht durch Wälder, Wiesen hoch und runter und zwischendurch dann wieder entlang der Weser oder mit ner Fähre darüber. Entsprechend sind auch viele mit dem Rad unterwegs. Aber die meisten haben echte Probleme, ihre meist elektrischen Velos, diese zu beherschen was erschreckend ist. Man muss immer für zwei denken. Und dann bleiben die meist an ner Abzweigung oder Kurven stehen um in der Karte zu schauen oder sonst was. Ich komme zügig voran, in Oedelsheim teile ich die Zeltwiese mit einer Lehrerin die von Achen nach Dresten fährt. Bei Hanne Münden entspringt die Weser, na ja sie entsteht aus zwei Zuflüssen und dazu gibts einen schönen Fers.

 

In Kassel ist der CP neben dem Stadtpark Karlsaue direkt an der Weser. Eigentlich ne ruhige Ecke wenn sie nicht nebenan ein Konzert am Abend haben. Gut es ist um 21.30 fertig. Was da mehr stört ist am Morgen der Berufsverkehr der gleich nebenan über die Autobahn brettert. Kassel ist nichts Weltbewegendes da geben die kleinen Dörfer entlang der Weser mit ihren Fachwerkbauten eindeutig mehr her. Auf dem CP sind wir 3 Veloreisende und so gibt’s genug Gesprächsstoff. Tags darauf treffe ich Joche unterwegs wieder (ich bin früher los und hab unterwegs dann noch mein Powernap reingezogen) und wir fahren zusammen den Tag fertig bis nach Schlitz. Jochen möchte die Fulda Quelle besuchen und so trennen uns tags darauf unsere Wege wieder nicht aber das wir am Abend noch beim Inder essen waren.

Mich schlägt es nun in die Hügel, zuerst sanft steigend einer alten Eisenbahntrasse entlang danach geht’s richtig hoch durch die Wälder. Herrlich so in der Ruhe  zu fahren. Von anfangs gut 200mÜm geht’s auf über 700mÜm und das alles auf wunderbaren Naturstrassen. Oben angekommen geht’s auch schon wieder runter und da nehme ich dann lieber die Strasse. Mit bis guten 70km/h bekomme ich dank des Gepäks auch mächtig Tempo. So bin ich schnell bei den Schotten, ich meine in Schotten meinem heutigen Ziel. Also etwas weiter beim Stausee der keiner mehr war sondern die Kühe darin weiden. Das ganze hat natürlich einen Grund. Die Staumauer wird saniert und ab nächstem Jahr sind dann wieder Fische statt Kühe im See. Da es heute eher eine kürzere Etappe ist habe ich am Nachmittag Zeit um es etwas zu geniessen, den einen oder anderen Schwatz zu machen oder zu schreiben. Obwohl zum schreiben komme ich im Moment nicht so recht, es läuft einfach gerade viel. Und schon richtet sich ein weiterer Tourenfahrer auf dem CP ein. Pavel heisst er und wir gesellen uns dann zusammen zum Griechen gleich nebenan.

 

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