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Vom 01. bis 08. Oktober 

Seit ein paar Tagen merke ich das ich mit dieser Tour etwas übernommen habe. Täglich im Schnitt 112km fahren zu müssen so dass ich die knapp 1800km in 16 Tagen schaffe, machen mir zu schaffen. Einen Pausentag liegt da auch nicht wirklich drin und somit leidet auch das Schreiben der Berichte. Und dann ist da noch der Wind… Wenn dieser stetig von hinten kommt dann wäre dies sicher einfacher. Aber leider hat sich dieser in der ersten Woche immer von vorne gezeigt und schön mitgedreht als ich von zuerst Nord-Ost Richtung Osten und dann später Richtung Süden abgedreht bin (Und später in der zweiten Woche wird er von Süd-Wesen kommen, wenn ich dann genau in diese Richtung fahre).

Bis jetzt spielt das Wetter noch mit, aber ich überlege mir wie ich den Main befahren soll. Zwischen Hanau und Schweinfurt macht der Fluss 2 grosse und mehrere kleine Schlaufen. Diese lassen sich sehr gut abkürzen womit man etliche KM spart. Dies mache ich dann auch und so fahre ich von Frankfurt aus bis nach Aschaffenburg und dann «über Land» direkt nach Lohr am Main. So «spare» ich gute 80km. Am nächsten Tag mache das gleiche nochmals und fahre von Karlstadt nach Erlangen (minus 60km). Dafür wird es mit 157km die längste Etappe der Tour und etwa 40km muss ich im Regen fahren, auf Natur-Strassen was der Kette gar nicht behagt und kurz vor dem Ziel spinnt dann noch meine Stromversorgung fürs Navi so, dass ich im Dunkeln mit einem dunklen Navi-Display den Weg finden muss. Zum Glück ist mein Navi so schlau das es im Batterie-Betrieb das Display anmacht wenn man an eine Abzweigung kommt.

 

In Erlangen werde ich von Peter Smolka erwartet. Peter ist im Sommer von seiner zweiten Welt-Umrundung zurückgekommen. Bereits auf meiner Dublin-Tour haben wir uns fast gesehen. Damals kam er 4 Tage später in Reading (Südengland) durch. Dieses Mal hat es geklappt und ich darf bei ihm übernachten. Nachdem wir mein Velo vom grössten Dreck befreit haben darf es im Keller übernachten und trocknen. Ich darf es mir derweilen in Peters Wohnung gemütlich machen. Da er auch erst vor ein paar Tagen wieder eingezogen ist, sind natürlich noch nicht alle Sachen an ihrem Platz. Bei einem Kartoffel-Linsen-Wurst-Eintopf mit Salat und dazu Bier lässt es sich sehr gut übers Reisen diskutieren und die Zeit vergeht viel zu schnell. Am nächsten Tag muss ich zuerst die Kette meines Velos wiederbeleben was mit einer grossen Spende Kettenöl auch gut klappt. Danke dir Peter dass ich bei dir übernachten durfte. Vom Himmel kommt weiterhin das Nass und es sollte gegen Mittag bessern, daher warte ich noch etwas zu mit weiterfahren. Im Laufe des Morgens fahre ich dann los zum Bahnhof. Ich habe mich entschieden den heutigen Tag etwas abzukürzen und mit dem Zug nach Treuchlingen zu fahren. So umgehe ich den gröbsten Regen. Mit für einmal einer kurzen Etappe erreiche ich, zwischen kurzen Regengüssen, Donauwörh und da quartiere ich mich wieder im selben Hotel wie damals mit Karl auf der Donau-Tour ein. Neblig und bitterkalt, mit nur gerade 4,5°, breche ich am nächsten Tag auf Richtung Ulm. Der Nebel lichtet sich schnell und lässt der Sonne den Vorrang. Auch die Temperaturen steigen schnell so dass sich die Kleidung auch lichtet. Ich fahre nun Richtung Süd-West nach Ulm und der Wind kommt von Süd-West. Na toll, zum Glück nicht allzu stark. In Ulm steht das Ulmer-Münster mit dem höchsten Kirchenturm der Welt und da möchte ich wieder hoch. Aber leider komme ich etwas zu spät. Um 16.00 schliesst der Turm, daher besichtige ich das wunderbare Münster von innen und später noch die Altstadt.

 

Von Ulm will ich dann bis nach Tuttlingen. Erst spät realisiere ich, dass dies ein Weg von fast 160km ist. Und wie gestern kommt der Wind immer noch aus Süd-West aber heute mit über 30km/h. Nach 35km gegen den Wind strampeln streiche ich die Segel und nehme den Zug nach Sigmaringen. Zwischen Sigmaringen und Tuttlingen liegt das Donautal und das will ich unbedingt fahren, egal wie es windet. Dieser Teil der Donau ist von Natur-Schönheit geprägt. Jetzt im Herbst sogar noch mehr wenn die Bäume ihr goldenes Herbstgewand zeigen. Ein feines Mittagessen an der Sonne gibt es auch. Da es schön Windgeschützt ist zeigt das Thermometer schnell mal 39°, herrlich. In Tuttlingen angekommen beziehe ich mein Zimmer wieder im gleichen Hotel wie vor 3 Jahren… ja und auch dieses Mal muss ich für die Nutzung des Internet unterschreiben. Einen Abstecher in das Restaurant mit den feinen Lämmern-Spiessen an Rösti will ich dann auch noch machen. Ich finde zwar die Lokation aber leider hat der Besitzer gewechselt und auf Pizza hatte ich dann keine Lust.

 

Von Tuttlingen aus geht’s weiter der Donau entlang nach Hause. Ein schönes Highlife gibt’s auch heute. Die Donauversickerung, nun sehe ich es mit eigenen Augen. Ich stehe trockenen Fusses im Flussbett der Donau. Etwa ein KM Fluss-Aufwärts und -Abwärts fliesst das Wasser, aber hier… nichts.

 

 

Weiter geht es Richtung Sauschwänzle-Bahn und kurz nach dem Zollhaus geht’s fast im Sturzflug hinunter Richtung Rheintal und dem gegenüber der Donau etwa 350m tiefer liegendem Rhein. Nach Tiengen passiere ich die Grenze zur Schweiz und gleich in Koblenz nehme ich wieder den Zug nach Turgi. Von Turgi aus fahre ich dann aus eigener Kraft nach Hause.

 

 

 

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